Wolle – ein Rohstoff mit jahrtausendealter Tradition.


Über viele Jahrhunderte war Wolle ein bedeutender und wertvoller Rohstoff. Sie wärmte die Menschen, wurde zu Kleidung, Decken und Gebrauchsgegenständen verarbeitet und sicherte zahlreichen Handwerkern ihren Lebensunterhalt.

Heute sieht die Realität leider ganz anders aus. Wer in einem gewöhnlichen Kleidungsgeschäft nach hochwertiger Kleidung aus reiner Wolle sucht, wird häufig enttäuscht. Synthetische Fasern dominieren den Textilmarkt. Ein großer Teil unserer Kleidung besteht mittlerweile aus Polyester, Polyacryl und anderen Kunstfasern.

Und auch die heimische Wolle hat es schwer: In Deutschland gilt Schafwolle vielerorts inzwischen als Abfallprodukt. Schafe werden heute überwiegend zur Landschaftspflege sowie für die Fleisch- und Milchgewinnung gehalten. Die anfallende Wolle lässt sich häufig kaum noch wirtschaftlich vermarkten. Nicht selten wird sie deshalb entsorgt, obwohl sie ein wunderbarer, nachwachsender und vielseitig verwendbarer Naturrohstoff ist.

Doch langsam verändert sich das Bewusstsein wieder. Das Interesse an natürlichen Materialien, nachhaltiger Kleidung und traditionellen Handarbeitstechniken wächst. Seit der Corona-Zeit haben viele Menschen das Stricken und Häkeln wieder für sich entdeckt. Handarbeit liegt wieder im Trend – und damit wächst auch das Interesse an hochwertigen Wollgarnen und Wollstoffen.

In einer Szene ist Wolle übrigens nie ganz aus der Mode gekommen: im historischen Reenactment. Mittelalterdarsteller, die sich mit historischer Kleidung und Handwerk beschäftigen und versuchen, ihre Darstellung möglichst authentisch zu gestalten, wissen um die Bedeutung von Wolle. Sie ist aus der historischen Gewandung kaum wegzudenken.

Zum Glück gibt es noch einige kleine Handwebereien und Tuchmacher, die dieses Wissen bewahren und wunderschöne Wollstoffe herstellen. Gerade auf Mittelaltermärkten kann man ihre Arbeit entdecken und die Vielfalt traditioneller Wollstoffe erleben.

Genau hier setzt das Netzwerk Wolle in der Elbtalaue an.

Das Wollenetzwerk widmet sich dem wertvollen Rohstoff Wolle und möchte dazu beitragen, dass die uralte Handwerkskunst der Wollverarbeitung nicht in Vergessenheit gerät.

Im Netzwerk Wolle in der Elbtalaue kann man erfahren, wie die Verarbeitung vom Schaf über die Rohwolle bis hin zum fertigen Garn oder Stoff von statten geht: Es ist den Damen und Herren wichtig, Wissen weiterzugeben, traditionelle Verarbeitungstechniken wiederzuentdecken, regionale Wolle wertzuschätzen und neue Möglichkeiten für diesen natürlichen Rohstoff zu schaffen. Aus dem Netzwerk haben sich bereits die Prignitzer Spinnerinnen gegründet, die eine offene Wollwerkstatt in Bad Wilsnack betreiben. Auch der Elbgarten möchte sich bei der Wolleverarbeitung engagieren. Wenn Sie Interesse an dem Netzwerk haben, dann melden Sie sich gern bei elisa.igersheim@lfu.brandenburg.de

Denn Wolle ist viel zu wertvoll, um einfach weggeworfen zu werden.

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